Der Heimatverein Darup begrüßt sie auf seiner Hompage
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Streifzug durch die Zeit in Darup / Sattlerei Krimphoff

 

 

Alte Ortsdurchfahrt, rechts im Bild das Krimphoffsche Haus



An der Ecke des alten Krimhoffschen Hauses war eine der Milchsammelstellen im Dorf. Auf dem Foto unten sieht man die Milchkannen stehen, die auf die Abholung warten. Jeder Milchlieferant hatte eine eigene Nummer auf der Milchkanne stehen. Der Hof Schulze Darup hatte zum Beispiel die Nr. 824. Die Bauern brachten täglich ihre frisch gemolkene Milch hierhin und das Gespann brachte die Milch nach Billerbeck zur Molkerei.


Milchsammelstelle vor dem Haus Krimphoff




Der Milchtransportwagen von Lödding



Das Haus selber ist seit 1980 um eine halbe Zimmerfront kürzer, weil ein niederländischer LKW den Berg herunter ins Dorf fuhr und leider die Bremsen nicht funktionierten. Er prallte voll in dieses Haus, so dass beide Außenwände über Eck in sich zusammenbrachen. Der Fußboden in der ersten Etage blieb erhalten, ein Bett schaukelte einsam im Wind. Ein Kartoffelberg versperrte die Coesfelder Straße; einige Exemplare kullerten sogar bis zum Haus Darup. Die Straße war in der Kurve mehrere Tage durch Kartoffeln versperrt.


Unfall 29. Februar 1980


Die Unfallstelle am Krimphoffschen Haus von oben



Ein Daruper erzählt eine nette Geschichte dazu:

Der 29. Februar 1980 sollte der Tag unserer standesamtlichen Hochzeit sein, so war es geplant. Wir hatten alles vorbereitet: die Gäste waren eingeladen, das Essen organisiert und der Kofferraum meines Autos voller Bier. So ging ich voller Erwartung ins Bett und freute mich auf den nächsten Tag. 

Mitten in der Nacht weckte mich das Telefon und plötzlich war alles anders. Ob die Hochzeit so stattfinden könnte, stand im Moment in den Sternen. Was war geschehen? Am anderen Ende der Leitung war meine aufgeregte Braut und erzählte eine unglaubliche Geschichte. . .
Ein holländischer LKW, vollbeladen mit Kartoffeln, war den Daruper Berg hinunter gekommen, dem ersten Berg von den Niederlanden aus, wollte bremsen, aber die Bremsen schlugen nicht an. Er fuhr mit voller Kraft ins Dorf und prallte in der ersten Kurve gegen ein Haus. Dieses Haus gehörte zur Familie, bewohnt von der Schwester der Schwiegermutter. Das Ausmaß war nicht sofort klar, aber klar war, dass die Außenwände großen Schaden genommen hatten. Natürlich war an Schlaf nicht mehr zu denken und ich fuhr nach Darup. Dort herrschte helle Aufregung, denn der LKW war in den Laden gefahren, die Außenwände waren weg, die Decke zum oberen Stock hing in der Luft und vorne schaukelte das Bett, in dem ich schon häufiger geschlafen hatte. Dazu war die einzige Bewohnerin des Hauses verschwunden – keiner wusste wohin. Welch ein Schreck. Was konnte ihr passiert sein? Die Straßenlaterne, die vor dem Haus stand, hatte sich durch den Aufprall nach hinten gebogen und war neben Maria Krimphoffs Bett auf den Boden geschlagen, der sich dadurch schlagartig gesenkt hatte. Nach einigem Suchen fand man sie bei der Nachbarin. Wahrscheinlich war sie – durch den Aufprall aus dem Schlaf geschreckt – voller Panik aus dem Bett gesprungen, hatte sich den Bademantel übergeworfen, die Geldkassette unter den Arm genommen und war aus dem Haus verschwunden. Ob die Nachbarin schon wach war oder von ihr geweckt wurde ? Egal. Sie war in Sicherheit und ihr war nichts passiert.
Jetzt ging es an die Arbeit, das Haus zu sichern – was nicht einfach  ist, wenn die Wände im Erdgeschoss fehlen. Der VW-Bus des Nachbarn war platt an die Wand gedrückt – der Besitzer beklagte sich, dass er die Wagenpapiere nun nicht mehr herausholen könne, weil alles platt sei. 
Was konnten wir tun? Wir beratschlagten mit den Nachbarn und kamen überein, in das gegenüberliegende Wohnzimmer einzuziehen und das Haus zu beobachten. Gottseidank hatte ich ja genug Bier im Auto, so dass wir nicht im Trockenen sitzen mussten.
Wir holten auch den Unglücksfahrer zu uns, denn der saß auch unter Schock die ganze Zeit auf der Bürgersteigkante und keiner kümmerte sich um ihn. Sein Chef kam erst am anderen Morgen.
Als es hell wurde, haben wir einige Dinge aus dem Haus geholt – was nicht so einfach war, denn es bestand Einsturzgefahr.


Unfallfoto, links die "Alte Diele", rechts das Krimhoffsche Haus, Billerbecker Anzeiger


Heimatverein Darup e. V.

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Holger Zbick

1. Vorsitzender

Nieresch 41

48301 Nottuln

Tel. 02502/ 227830